Bayerische Meisterschaft im Freien

Die Bayerische Meisterschaft Bogensport  im Freien auf der Olympia-Schießanlage in München, Hochbrück bot an drei Wettkampftagen erneut alles, was den Bogensport so faszinierend macht: hochklassige Leistungen, spannende und vor allem an diesem Wochenende sehr häufig Entscheidungen im Millimeterbereich und Wetterbedingungen, die den Schützinnen und Schützen viel abverlangten: Von strahlendem Sonnenschein bis hin zu kräftigen Wolkenbrüchen war alles dabei. Die ständig wechselnden Wind- und Lichtverhältnisse machten den Wettkampf zeitweise

zu einer echten Glückssache und verlangten den Teilnehmenden neben technischem Können auch mentale Stärke und die Fähigkeit sich immer wieder auf neue Bedingungen einzustellen ab. Mit insgesamt 22 teilnehmenden Schützinnen und Schützen stellte der TSV Natternberg eines der größten Teams bei der Bayerischen Meisterschaft. 

Freitag

Die Landesmeisterschaft begann am Freitag mit den beiden Master-Schützen Christian Süß und Dieter Reithmeier, die allerdings in unterschiedlichen Bogendisziplinen antraten. Für Christian Süß war die Teilnahme an der Landesmeisterschaft in der Blankbogenklasse eine seiner ersten auf Landesebene. Mit 521 Ringen erreichte er einen hervorragenden 22. Platz. Dieter Reithmeier hingegen nimmt bereits seit seiner Kindheit mit dem Recurvebogen an Wettkämpfen teil, er erreichte mit 595 Ringen den 14. Platz.

Samstag

Am Samstag stand Dieter Reithmeier gleich wieder am Bogenplatz in München, denn er betreute das Natternberger Team an diesem Tag. Wie die Recurve-Herren Michael Stockner (583 Ringe, Platz 23) und Raphael Maier (588 Ringe, Platz 20), die sich beide im starken Starterfeld (70 Schützen) behaupteten. Traditionell wird in Bayern in der Freiluftsaison neben den erwachsenen Recurve Schütz:innen nur bei den Jugendklassen eine Finalrunde geschossen, während die Junior:innen eine Finalrunde in der Hallensaison austragen. Bei András Zavaschi, David Deininger und Aurelia Liebner lag der Fokus daher ganz auf ihren Qualifikationsleistungen: In der Recurve Juniorenklasse errang András mit einem soliden Ergebnis von 544 Ringen die Bronzemedaille, und David (459 Ringe) erreichte Platz 8. Bei den Recurve Juniorinnen holte Aurelia (503 Ringe) den 5. Platz. 

In der Klasse Jugend männlich Recurve standen 4 Schützen des TSV Natternberg an der Schießlinie: Vojin Duric belegte mit 440 Ringen den 37. Platz auf seiner ersten Bayerischen Meisterschaft. Quirin Liebner erreichte mit 582 Ringen den 10. Platz und verpasste nur um wenige Ringe den Finaleinzug. 

Bálint Zavaschi (595 Ringe, Platz 8) und Ulrich Ketterl (623 Ringe, Platz 2) waren nach der Qualifikation beide in unter den Top 8 und schafften so den Sprung in die Finalrunden. Dort lieferte sich Bálint im 1/4-Finale ein enges Match gegen den Erstplatzierten, das nach einem Unentschieden in einem Stechpfeil endete. Beide Schützen schossen eine 9, der Pfeil von Bálint war jedoch wenige Millimeter weiter vom Zentrum der Auflage entfernt und so war der Wettkampf für ihn an dieser Stelle beendet. Besser lief es bei Ketterl: Das Match im Viertelfinale gewann er souverän, erst im Halbfinale musste er sich dann leider geschlagen geben und schoss so im „kleinen Finale“ um die Bronzemedaille. Dieses Match gegen Maximilian Jochmann des BC Ismaning (Bálints Gegner aus dem 1/4-Finale) endete ebenfalls wieder unentschieden. So musste auch hier ein Stechpfeil entscheiden: Erneut schossen alle Beteiligten eine 9, dieses Mal war es jedoch Ulrichs Pfeil der Näher in der Mitte landete und so gewann Ulrich Ketterl eine weitere Bronzemedaille.

In der Klasse Jugend weiblich Recurve positionierten sich in diesem Jahr Alina Merker mit 595 Ringen auf Platz 4 und Sára Hučková mit 573 Ringen auf Platz 5. Beide zogen damit souverän in die Finals ein, trafen aber leider gleich in der ersten Finalrunde aufeinander. Dieses Match konnte Sára für sich entscheiden und so ins Halbfinale und anschließend ins kleine Medaillenmatch einziehen. Dort machte sie es (betreut von Vereinskollegin Alina als Coach) denkbar spannend: Wie auch schon bereits bei Bálint und Ulrich endete ihr Match unentschieden mit 5:5 Punkten und ein einziger Pfeil musste über die Gewinnerin entscheiden. Beide Schützinnen schossen eine 7 und ein Kampfrichter musste den Abstand zum Zentrum nachmessen. Denkbar knapp verlor Sára Hučková um gerade einmal 5 Millimeter und gewann so den 4. Platz. In der gemeinsamen Teamwertung gewannen Zavaschi, Ketterl und Liebner unangefochten die Goldmedaille und Ðurić, Merker und Hučková erreichten den 5. Platz. 

Sonntag

Siegerehrung Schüler A Compound, 1.vl: Sebastien Sterr In den Schüler:innenklassen A sorgten Hatice Arslan (632 Ringe, Platz 3), Antonia Weinberger (564 Ringe, Platz 17), Kateryna Petrova (525 Ringe, Platz 25), Vincent Hausinger (591 Ringe, Platz 12) und Paul Zettler (540 Ringe, Platz 22) für ein starkes Gesamtergebnis. In der gemeinsamen Mannschaftswertung belegten Vincent, Hatice und Kateryna den dritten Platz. Sebastian Sterr nahm im vergangenen Jahr noch mit dem Recurvebogen teil, wechselte in der Wintersaison allerdings auf Compound und qualifizierte sich prompt gleich in der neuen Bogendisziplin. Er gewann mit sehr starken 619 Ringen die Silbermedaille in der Klasse Compound Schüler A.

Während in der Juniorenklasse Compound für Julius Krempl 625 Ringe für die Bronzemedaille reichten, bedeuteten nur zwei Ringe weniger in der Herrenklasse Compound Platz 29 für Jens Schneider. Deutlich besser lief es für Titelfavorit Florian Stadler (ebenfalls Herrenklasse Compound), er stand mit 699 Ringen nach der Qualifikationsrunde nach einem engen Kopf an Kopf Rennen mit Florian Grafmans der Schützengilde Kleinlangheim auf Platz Eins. 

Allerdings war nicht er der Schütze, der im Halbfinale Florian Stadler ins Bronzefinale schickte, sondern Thomas Nibbe (BCI Hergolding). Dieser hatte wie Florian Stadler 144 Ringe erzielt und setzte sich im Stechen durch. Florian Grafmans hatte seinerseits Valentin Wolf (TSV Bay-reuth) im Halbfinale mit 147 : 141 Ringen aus dem Goldrennen genommen. Damit standen sich Florian Stadler und Valentin Wolf im Match um Bronze gegenüber, bei dem sich der favorisierte Florian mit 144 : 141 Ringen durchsetzte und eine abschließende Medaille an diesem Wochenende für den TSV Natternberg mit nach Hause holte.

Finalrunde Recurve: https://www.youtube.com/live/IVwYx6hwzZ4?is=hVBeQcvKZXT8E_IV
Finalrunde Compound: https://www.youtube.com/live/OkEcKXzQYl4?is=o1H5CPSbzwRXfQ1W

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