Deutsche Meisterschaft Halle
Vom 6. bis 8. März 2026 traf sich die deutsche Bogensport-Elite in Berlin zur Deutschen Meisterschaft Bogen Halle. Insgesamt wurden 27 Einzeltitel sowie sechs Mannschaftstitel vergeben. Neben erwarteten Favoritensiegen sorgten auch beeindruckende Nachwuchsleistungen für Aufsehen. Besonders ein junger Compound-Schütze prägte das Wochenende maßgeblich . Wir waren mit sieben qualifizierten Athletinnen und Athleten stark vertreten.
Simon Moritz dominiert die Compound-Konkurrenz
Für das sportliche Highlight nicht nur aus unserer Sicht sorgte Simon: Bei der DM in Berlin wurden im Compoundbereich die Junioren mit den Erwachsenenklassen zusammengelegt. Doch das störte ihn überhaupt nicht. Unser Jugend-Weltmeister aus dem vergangenen Jahr war vom ersten bis zum letzten Pfeil des Wettkampfes der dominierende Athlet. Bereits in der Qualifikation setzte er ein Ausrufezeichen: Mit 598 Ringen stellte er einen neuen deutschen Rekord auf und sicherte sich souverän Rang eins. Damit legte er den Grundstein für eine makellose Finalrunde.
Auch in den anschließenden K.o.-Duellen ließ er der nationalen Elite kaum eine Chance. Fabio Alex (ATSV Oberkotzau Bogen) besiegte er mit perfekten 150 Ringen, also einem komplett „vollen“ Finale – und erhöhte damit gleich einen zweiten deutschen Rekord! Anschließend setzte er sich gegen seinen Weltmeister-Teamkollegen Ruven Flüß (BSV Eppinghoven 1743 e.V) ebenfalls mit 150:148 durch. Im Halbfinale musste sich schließlich auch Paolo Kunsch (SSV Hohenacker) knapp mit 149:148 geschlagen geben. Im Finale gegen den überraschend ins Endduell eingezogenen Pascal Schmidt (1. BSC Gießen) präsentierte sich Moritz erneut in Bestform und sicherte sich mit erneut 150:146 souverän den Deutschen Meistertitel.
Die Zahlen seines Wettkampfes sind beeindruckend: 120 Pfeile, davon nur drei (!) außerhalb der Zehn – eine außergewöhnliche Leistung. „Das war absolut krass und ein geiles Gefühl! Es lief schon beim Einschießen ganz gut und nach den ersten fünf Passen und 149 Ringen habe ich mir schon gedacht: Das wird heute was!“ Simon war bereits am Freitag als erster Starter des TSV Natternberg im Einsatz und wurde vor Ort von seinen Eltern begleitet. Die übrigen Vereinskolleginnen und -kollegen, die a den Folgetagen in den Wettkampf starteten, kamen am späten Nachmittag in Berlin an und verfolgten die Finalrunden gespannt und fieberten mit.
Starker Nachwuchs in der Jugendklasse
Am Samstag standen die Wettbewerbe der Jugendklassen und Juniorenklassen Recurve auf dem Programm, in denen mehrere Natternberger Talente a den Start gingen. In der männlichen Jugendklasse Recurve zeigte Bálint Zavaschi eine starke Leistung. Mit 552 Ringen belegte er einen hervorragenden 9. Platz, sein Vereinskamerad Quirin Liebner erreichte mit 523 Ringen Platz 23. Alina Merker kam in der weiblichen Jugendklasse Recurve auf 537 Ringe und belegte damit Rang 13. Sára Hučková erreichte mit 507 Ringen Platz 22.
Da sich vier Natternberger Jugendliche für die Meisterschaft qualifiziert hatten, stellten wir auch ein Team für die Mannschaftswertung. In dieser fließen die Einzelergebnisse von drei Schützinnen oder Schützen zusammen – unabhängig vom Geschlecht. Für das Team wurden Sára, Bálint und Quirin ausgewählt. Gemeinsam erreichten sie einen sehr guten sechsten Platz in der bundesweiten Mannschaftswertung.
Dramatisches Finale bringt Bronze für András Zavaschi
Ein besonders spannender Wettkampf entwickelte sich in der Juniorenklasse Recurve mit András Zavaschi. Trotz einer Krankheit in der Woche vor der Meisterschaft zeigte er eine beeindruckende Leistung. Mit 563 Ringen belegte er zunächst Platz fünf in der Qualifikation und zog damit in die Finalrunde der besten Schützen ein. Im Achtelfinale traf er auf Elias Enanaa (SGes Bempflingen). Mit starken Passen von 30, 29 und 28 Ringen dominierte Zavaschi das Match klar und gewann 6:0. Im Viertelfinale wartete Louis Wahl (KKS Hüffenhardt). Auch hier präsentierte sich der Natternberger äußerst konstant und entschied das Duell mit Passen von 28, 30, 29 und 28 Ringen mit 6:2 für sich. Im Halbfinale traf er auf Phil Lüttmerding (SV Böddiger). Trotz sehr guter Passen von 27, 28, 29, 28 und 27 Ringen musste sich Zavaschi nach fünf Sätzen mit 3:7 geschlagen geben und zog damit ins Bronzemedaillenmatch ein.
Dort kam es zu einem echten Krimi gegen Jakob Seer (Kölner Klub für Bogensport). Nach zwei Passen lag András bereits 0:4 zurück und stand kurz vor der Niederlage. Doch er kämpfte sich eindrucksvoll zurück, verkürzte zunächst auf 2:4, dann auf 4:4. In der entscheidenden letzten Passe schossen beide Schützen 28 Ringe, wodurch es beim 5:5 zum Stechpfeil kam. Beide Athleten trafen die 10. Ein Kampfrichter musste schließlich exakt ausmessen, welcher Pfeil näher am Zentrum lag – von den Zuschauerplätzen aus war kein Unterschied zu erkennen. Das Ergebnis: András Pfeil lag nur 0,2 Millimeter näher am X, dem Mittelpunkt der Scheibe. Damit sicherte er sich dramatisch die Bronzemedaille. Betreut wurden sie an diesem Wettkampftag von Jens Schneider, unterstützt von Aurelia Liebner.
Solide Leistung zum Abschluss
Am Sonntag ging schließlich Hatice Kūbra Arslan in der Schülerinnenklasse A Recurve an den Start und bildete den Abschluss der Natternberger Teilnehmenden. Mit 509 Ringen belegte sie Platz 23. Zwar blieb sie damit unter ihrer persönlichen Saisonbestleistung von 538 Ringen, bewegte sich jedoch im Bereich ihrer konstanten Trainingsleistungen. Auch bei ihrem Wettkampf stand Jens als Betreuer zur Seite. Zudem waren Sára und Alina geblieben, um ihre Vereinskameradin lautstark anzufeuern.
Erfolgreiches Meisterschaftswochenende
Mit einem Deutschen Meistertitel, einer Bronzemedaille und mehreren starken Platzierungen präsentierte wir uns bei der Deutschen Meisterschaft in Berlin äußerst erfolgreich. Besonders die außergewöhnliche Leistung von Simon sowie die dramatisch erkämpfte Medaille von András machten das Wochenende zu einem Höhepunkt – und zeigen, dass unser Nachwuchs im deutschen Bogensport weiterhin ganz vorne mitmischt.
Hier findet sich die komplette Ergebnisliste der Meisterschaft und hier einige weitere Bilder.